Wilfried Sauerland sieht Brähmer als verdienten Sieger

Spannender hätte der EM-Kampf zwischen Eduard Gutknecht und Jürgen Brähmer am Samstagabend wohl nicht verlaufen können. In einer packenden Ringschlacht verbuchte der Herausforderer aus Schwerin am Ende das bessere Ende für sich, setzte sich vor 4.500 begeisterten Box-Fans in der Berliner Max-Schmeling-Halle (und über 3 Millionen Fernsehzuschauern in der ARD) gegen den Gifhorner Gutknecht mit 114:113, 116:111 und 117:110 einstimmig nach Punkten durch. Damit eroberte Brähmer nicht nur den EM-Titel, sondern erkämpfte auch das Recht, um die WBO-Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht zu boxen.

Da es sich bei dem Aufeinandertreffen um ein Stall-Duell zweier Kämpfer des Sauerland-Teams handelte, ging es auf der anschließenden Pressekonferenz in der Nacht auf Sonntag natürlich hoch her. Erfolgscoach Ulli Wegner, der Gutknecht trainiert, war wütend über die Niederlage seines Kämpfers. „Das Urteil war okay. Nur wie anscheinend in den ersten Runden gepunktet wurde, das war für mich nicht in Ordnung“, sagte der 70-Jährige. Und ähnlich hat es Wilfried Sauerland gesehen, der den EM-Kampf in Südafrika im TV schaute. „Ich hatte ja bereits vorher gesagt, dass ich kein Freund von Stall-Duellen bin. Es war ein toller Kampf, den Jürgen Brähmer letztlich verdient gewonnen hat“, so Sauerland. „Ulli Wegner ist ein Trainer, der mit vollem Herzen dabei ist, deshalb sollte man seine Äußerungen auf der Pressekonferenz auch nicht überbewerten. Es war vielleicht knapper, als es das Urteil am Ende ausgesagt hat. Die Punktrichter waren neutral und deshalb hat Brähmer den Sieg völlig zu Recht zugesprochen bekommen. Ich denke, Ulli Wegner wird einsehen, dass er mit seinen Äußerungen über die Stränge geschlagen hat.“

Das sieht inzwischen auch Ulli Wegner so. „Für mich gibt es nichts Schlimmeres als Niederlagen. Ich muss zugeben, dass die Emotionen mit mir durchgegangen sind. Das tut mir leid und dafür möchte ich mich entschuldigen. Doch ich möchte das Thema jetzt abhaken. Ab Montag geht es mit der Vorbereitung von Arthur Abraham für den nächsten Kampf weiter.“

Tags:
boxen, Brähmer, sport
Datum:
Mittwoch, 6. Februar 2013, 00:04 Uhr
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