Demenzkranke

Mehr als Drei Viertel der Pflegeheime in NRW bieten besondere Betreuung
1625 der 2099 stationären Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, dies sind rund 77 Prozent, bieten mittlerweile besondere Betreuungs-angebote für Demenzkranke. Darauf hat der Verband der Ersatzkassen (vdek) in NRW hingewiesen. Aufgeteilt nach Landesteilen sind dies in Nordrhein 826 der 1091 und in Westfalen-Lippe 799 der 1008 Pflege-einrichtungen.

Die Pflegekassen bezahlen diese Leistungen seit Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes Mitte 2008 extra. Geregelt ist dies in § 87 b des Elften Sozialgesetzbuches (SGB XI). Heimbewohner, Angehörige und Sozialhilfe werden finanziell nicht belastet. „Jedes Heim in NRW kann nach Vorlage eines Konzeptes entsprechende Zuschläge für zusätzliches Personal mit uns vereinbaren. Wir sind sehr zufrieden, dass so viele Heime inzwischen diese Möglichkeit nutzen und wir damit die Versorgung von Demenzkranken in NRW kontinuierlich verbessern“, sagte Dirk Ruiss, der Sprecher der vdek-Landesvertretung.

Die Vereinbarungen sehen vor, dass das Personal in einem Pflegeheim für je 25 demenzkranke Bewohner um eine weitere Kraft aufgestockt wird. In NRW ist von ca. 100.000 betroffenen Bewohnern in stationären Pflegeeinrichtungen auszugehen. Damit könnten insgesamt ca. 4.000 Betreuungsstellen eingerichtet werden. „Mit der Finanzierung dieser Stellen leisten wir auch beschäftigungspolitisch einen positiven Beitrag für den Arbeitsmarkt in Zeiten der Wirtschaftskrise“, so Ruiss weiter.

Die zusätzlichen Kräfte stehen vor allem für die soziale Betreuung der Demenzkranken zur Verfügung, sie lesen vor, begleiten bei Spazier-gängen und Ausflügen und leiten bei leichter Gartenarbeit oder hand-werklicher Tätigkeit an. Die Betreuungskräfte werden für diese Aufgaben besonders geschult. Die erforderliche Qualifikation wird durch ein fünf-tägiges Orientierungspraktikum, einen Basiskurs (100 Stunden), ein Betreuungspraktikum (2 Wochen) sowie einen Aufbaukurs (60 Stunden) erreicht. Angeboten werden diese Qualifikationskurse von den Arbeits-agenturen, privaten Weiterbildungseinrichtungen und Pflegeheimen.

Die Ersatzkassen geben ihren Versicherten Auskunft, mit welchen Pflegeheimen in ihrer Nähe eine entsprechende Vereinbarung besteht. Auch können die Informationen auf dem neuen Internetportal der Ersatzkassen www.pflegelotse.de eingesehen werden.

Tags:
Demenzkranke
Datum:
Mittwoch, 13. Januar 2010, 15:33 Uhr
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