Lehrereinsparung bei Foerderschulen

Eltern der Dr. Karl-Kroiss-Schule wehren sich

Am Samstag ereignete sich in der Dr. Karl Kroiß Schule in Würzburg eine einmalige Aktion der Eltern gegen die bayrische Politik im Bereich Förderschulen. Eingeladen hatte der Elternbeirat der Schule. Auch an die Politik waren Einladungen zu dieser Veranstaltung versand worden. Der Veranstaltung beigewohnt haben, „Frau Marion Reuter (SPD Bundestagskanidat und selbst Rektorin einer Schule), Herr Patrick Friedl (Bündnis 90 die Grünen Bundestagskanidat, Landtagsabgeordneter, Kreisvorstand), Herr Michael Gerr (Bündnis 90 die Grünen, Mitglied im Behinderten Beirat, Stadtrat, Beisitzer im Kreisvorstand) und Herr Holger Grünewald (Linke, Bundestagskanidat, Stadtrat)

Vorausgegangen war der jährliche Kampf der Dr. Karl-Kroiß Schule um Klassen und Lehrer.
Die Dr. Karl-Kroiß-Schule ist eine Förderschule mit Förderschwerpunkt Hören. An dieser Schule in Würzburg werden auch Kinder mit autiditiven Wahrnehmungsstörung (AVWS) und Kinder und Jugendliche mit autistischem Verhalten unterrichten und seit Jahren erfolgreich Integriert. Dieses Jahr hat die Dr. Karl-Kroiß Schule 26 Klassen beantrag, 22 Klassen war die Vorgabe anhand von Trends der Regierung Unterfranken, bewilligt wurden 24 Klassen. Wie aus einem Schreiben von Ministrahlrätin Irene Schopf vom 30. Juni 2009 schon andeutete und durch das Schreiben der Regierung Unterfrankens von 24. Juli 2009 bestätig wurde ist zu prüfen ob für Kinder und Jugendliche mit autistischem Verhalten die Dr. Karl Kroiß Schule die geeignete Förderschule ist. Dies ist eindeutig ein Nichteinhalt der Kultusministerkonferenz 2000

„Die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz beschreiben den Bildungsauftrag wie folgt: „Die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten erfordert eine Erziehung und einen Unterricht, die sich auf alle Entwicklungsbereiche beziehen. Für eine aktive Lebensbewältigung in größtmöglicher sozialer Integration und für ein Leben in weitgehender Selbständigkeit und Selbstbestimmung sind spezielle Eingliederungs- und Lernangebote erforderlich.“ (KMK-Empfehlungen 2000, S.384)

Der Elternbeirat erörterte den anwesenden Gästen und Eltern, „dass es in der bayrischen Politik eine deutliche Überlegung gibt Förderschulen im Rahmen einer Integration abzuschaffen, während es in anderen Bundesländern und Staaten, die dies bisher getan haben (z.B, die Niederlande, Dänemark, Nord-Rhein-Westfalen) genau die gegenteilige Bestrebung gibt. Integration ist mit einer einhergehenden Verkleinerung der Schulklassen und bedeutend mehr pädagogischem Personal sicherlich erstrebens- und wünschenswert. Es gibt wohl Modelle mit maximal 25 Kindern und 2 Lehrkräften, die zusammen maximal 15 Wochenstunden integrativ unterrichtet werden und in den andere Stunden getrennt, mit maximal 4 Schülern für die Förderlehrkraft. Doch wird es immer Kinder geben, die nicht in die Regelschule integriert werden können und die auch das Recht auf einen Schulabschluss haben.“, der Elternbeirat geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärte uns...... dass mit dem nicht bewilligen aller Klassen, den Eltern sogar das Recht über eine freie Schulwahl beschnitten wird.

Alle anwesenden Politiker gaben dem Elternbeirat recht. Patrik Friedl brachte es auf den Punkt um was es geht „Einfach nur um Geld – Einsparung von Kosten“

Die Eltern der Dr. Karl-Kroiß-Schule geben den Kampf um ihre Klassen nicht auf und wollen nächstes Schuljahr, wenn die Ablehnungen der Klassen personalisiert werden vielleicht sogar Klage gegen die Regierung einreichen

Allen anwesenden Gästen und Eltern wurden am Ende der Veranstaltung ein Brief, sowie eine Liste aller zuständigen Abgeordneten mit Adressen ausgehändigt, mit der Bitte diesen Brief an eine der Adressen zu versenden.

Unser Würzburg.de versucht den Eltern und der Schule beim Kampf „David gegen Goliath“ zu helfen in dem man diesen Brief hier downloaden kann. Ändern Sie den Brief auf ihre Anforderung ab und senden Ihn unterschrieben mit Adresse an Unser-Wuerzburg, Am Schenkenfeld 19, 97209 Veitshöchheim oder per Fax an 09314049575. Wir werden den Brief an einen zuständigen Abgeordneten weiterreichen. Auf unserem Blog besteht die Möglichkeit ihre Meinung zu diesem Thema zu erläutern.

Wir werden Nachberichten, auch erwarten wir noch eine Stellungnahme der Regierung Unterfranken.

Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Autismus

in der Dr.-Karl-Kroiß-Schule

Die Dr.-Karl-Kroiß-Schule hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen mit Autismus Zugang zu den Bildungsinhalten zu ermöglichen, die sie für die Nutzung und Entfaltung ihres individuellen Potentials benötigen. Schülerinnen und Schüler mit Autismus können in Bayern grundsätzlich jeden Schultyp besuchen, der für ihre individuell ausgeprägte autistische Beeinträchtigung geeignet erscheint. Der Gestaltungsspielraum einer Schule ist entscheidendes Kriterium dafür, inwieweit umfängliche, ganzheitlich orientierte und sehr individuelle Hilfestellungen für eine bestmögliche Entwicklung in den Bereichen Wahrnehmung, Kommunikation, Sozialverhalten, Identität und Handlungskompetenz realisiert werden können.

Die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz beschreiben den Bildungsauftrag wie folgt: „Die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten erfordert eine Erziehung und einen Unterricht, die sich auf alle Entwicklungsbereiche beziehen. Für eine aktive Lebensbewältigung in größtmöglicher sozialer Integration und für ein Leben in weitgehender Selbständigkeit und Selbstbestimmung sind spezielle Eingliederungs- und Lernangebote erforderlich.“ (KMK-Empfehlungen 2000, S. 384)

Die Symptomatik einer Autismus-Spektrum-Störung ist breit gefächert und geht nicht zwangsläufig mit einer intellektuellen Beeinträchtigung einher. Viele Kinder mit Autismus verfügen über eine durchschnittliche oder gar überdurchschnittliche Intelligenz. Oft jedoch muten ihre Lernprozesse und ihre Verhaltensweisen äußerst fremdartig an und fordern Pädagogen in so hohem Maße heraus, dass - zumindest zeitweise - die Förderung an einer allgemeinen Schule nicht möglich ist.

Die Dr.-Karl-Kroiß-Schule stellt sich seit dem Schuljahr 2001/2002 der Aufgabe, Kinder und Jugendliche mit autistischen Verhaltensweisen vorschulisch und schulisch zu fördern, zu erziehen und zu unterrichten. Diese Kinder werden im Gruppen- oder Klassenverband gemeinsam mit Kindern mit hohem Förderbedarf im Hören und in der Kommunikation gefördert. Die besonderen Förderbedürfnisse der Kinder mit Autismus verlangen kompetente und speziell qualifizierte Lehrkräfte mit hoher Professionalität.

Im Bemühen um ein bestmögliches Bildungskonzept für diese Schülergruppe arbeiten die Leitung, die Lehrkräfte und die Heilpädagogen der Schule eng mit den Fachkräften der schulergänzenden Bereiche (Heilpädagogische Tagesstätte und Heilpädagogisches Internat) zusammen und kooperieren mit Fachleuten von außerhalb (Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Beratungsschule für Autismus, MSD Autismus, Autismus- Kompetenz-Zentrum), mit der Schulaufsicht (Regierung von Unterfranken), mit den Eltern und mit politischen Entscheidungsträgern.

Tags:
behinderung, foerderschulen, kostenreduktion, lehrer, lehrereinsparung
Datum:
Freitag, 31. Juli 2009, 13:02 Uhr
Rivva:
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